789 – 1274

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.Februar 2016 aktualisiert.

789
Stadtilm wird als befestigter Ort gegen die Sorben-Wenden in der Göttweiger Chronik (Chronicon Gottwicense, Klosterdruckerei Tegernsee, 1732) erwähnt und gehört den Grafen von Käfernburg (Kevernburg).

874
In den Diplomatischen Regesten wird ein Ylmenus fluvius erwähnt, was möglicherweise so viel wie Ilm-Fluß bedeutet (nach E. König, Eschwege).

1029
Die Ilm wird urkundlich erwähnt (Ylmeneum).

1099
Günther, Graf zu Schwarzburg schenkt dem Nonnenkloster zu (Stadt) Ilm am 1.4. Güter zu Alt-Remda.

1114
In einer Reinhardtsbrunner Urkunde vom 14.9. wird Stadtilm zwar erwähnt (villa qual dicitur Ilmine), jedoch ist dieses Schriftstück nachweislich eine Fälschung und bedeutend später entstanden.
Stadtilm wird von den Grafen von Käfernburg und Schwarzburg, denen es gemeinschaftlich gehört, zur Stadt erhoben.

1150
Stadtilm liegt im Grenzbereich der Landgrafen von Thüringen und der Grafen von Käfernburg.
Es erfolgt der Baubeginn der Stadtkirche im romanischen Stil, vermutlich auf schon vorhandenen Fundamenten.

1160
Graf Sizzo III. teilt den Ort unter seinen beiden Söhnen auf. Eine Hälfte bleibt danach käfernburgisch, die andere Hälfte wird schwarzburgisch.

1186
Wegen des „gelinden und kurzen Winters und des warmen Wetters gibt es im Febr. schon Äpfel von der Größe einer welchen Nuß“. (Olarius)

um 1199
Die Stadtkirche wird urkundlich erwähnt. Es betrifft einen Streit zwischen dem Abt von Paulinzella und Gotebold von Ettinsleibin über das Patronatsrecht der Kirche zu Schwarza. Als Ort der Zusammenkunft zur Schlichtung wird den Parteien die Parochialkirche zu Ilm angewiesen, und bei den Verhandlungen ist der Pleban (Pfarrer) Otto zu Ilm als Zeuge dabei.

1204
König Ottokar von Böhmen, ein Verbündeter des Landgrafen Hermann I., zerstört Stadtilm, weil die Stadt auf der Seite des Kriegsgegners Kaiser Philipp steht. Eine Stadtmauer ist noch nicht vorhanden.

1221
Heinrich II. und Günther V. v. Käfernburg-Schwarzburg teilen ihre Güter und gründen die von nun an getrennten Linien Schwarzburg und Käfernburg. Stadtilm wird zwischen beiden Linien je zur Hälfte aufgeteilt.

1224
Unser Ort wird oppidum (lat.: Stadt) genannt. Dies soll nach Dr. Hans Patze die erste urkundliche Erwähnung Stadtilms sein.

1232
Schon zu Ostern ist es so warm, daß man im Freien baden kann.

1235
Es erfolgt die Weihe der Stadtkirche durch Bischof Wilhelm von Havelberg zu Ehren der Jungfrau Maria.

1266
In einer Urkunde wird die Ilm „Hilmna“ genannt.

1267
Graf Günther VII. stiftet in Saalfeld ein Zisterzienserinnenkloster, welches er acht Jahre später nach Stadtilm verlegen lässt. Die Stiftungsurkunde wird am 3.8.1267 ausgefertigt. Die erste Äbtissin ist Gräfin Irmengard, die Tochter des Stifters. Der erste Probst heißt Berroch.

1268
Am 13.5. erfolgte eine urkundliche Erwähnung Stadtilms. Es handelt sich um eine Übereignungsurkunde in der ein „civis ylmene“ (Bürger von Ylmene) genannt wird. Dies gilt als das erste unumstrittene Schriftstück über Stadtilm. Dabei handelte es sich aber nicht um die Originalurkunde, sondern um spätere Abschriften in Buchform aus dem „Schwarzen Kopialbuch“* des Klosters Georgenthal.

Kopie des Eintrages im „Schwarzen Kopialbuch“ des Klosters Georgenthal aus dem die 1. urkundliche Erwähnung Stadtilms hervorgeht. Das Kopialbuch befindet sich im Staatsarchiv Gotha.

*Ein Kopialbuch (auch Kopiar, Kartular oder Chartular; von lat. cartularium, copiarium, diplomatarium; Copeibuch) ist eine archivalische Quelle, die die Texte von Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Abschriften enthält. (Wikipedia) 

1273
Günther VII. und Günther VIII., Gebrüder und Grafen von Käfernburg, schlossen mit Heinrich V., Abt zu Hersfeld, einen Vergleich wegen der Rechte zu Arnstadt. In der Vergleichsurkunde wird erstmals eine herrschaftliche Münze in Stadtilm (Ilmina) erwähnt. In dieser Urkunde heißt es: „… alle Münzen in ihren Dörfern, ausgenommen die zu (Stadt) Ilm, gemäß ihrem Versprechen zugunsten der Münze zu Arnstadt aufgehoben werden sollen …“

1274
(Stadt)Ilm wurde erneut als oppidum (Stadt) bezeichnet.
Als Günther VII. (der Sohn Heinrichs) starb, fiel seine Hälfte von Stadtilm an die Linie Schwarzburg-Schwarzburg unter Günther IX. Demnach waren die Grafen von Käfernburg auf der einen und die Grafen von Schwarzburg – Schwarzburg auf der anderen Seite die Stadtherren.